Wenige Schritte zum Wasser

Die Casa Barbara und der Wohnwagen liegen einen guten Steinwurf vom Meer zwischen den beiden Badeorten Campomarino und San Pietro Specciarica / San Pietro In Bevagna im Naturschutzgebiet Düne von Campomarino. Das Gebiet gehört zur Gemeinde Maruggio und ist als Zona Scrasciosa im Bezirk Monaco Mirante bekannt.

Es gibt keine Straßennamen - die meisten Wege sind privat - daher auch keine genaue postalische Adresse. Die GPS Position lautet Breite 40.302 / Länge: 17.604

Das Gebiet ist locker bebaut, die meisten Häuser (rustici, case, villette, ville) wurden in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts von Italienern aus den umliegenden Dörfern gebaut. Zu vielen gehört auch ein kleines Stück Land.

Da diese Gegend Naturschutzgebiet ist, darf nichts neu gebaut werden. Höchstens bestehende alte Feldhäuschen dürfen ausgebaut werden, abhängig von der Menge an Land die man dazu besitzt (derzeit muss man 100 qm Land haben, um 1 qm Raum  umbauen zu dürfen / Stand 2017). Und zweistöckige Häuser findet man nur aus ganz alten Baugenehmigungszeiten. Kleinere Hotels gibt es daher nur in den Touristenortschaften und dann auch nur wenige. Leider sind die Touristenortschaften wie San Pietro in Bevagna oder Campomarino (wie eigentlich alle Dörfer direkt am Meer) nur im Hochsommer belebt. Dies ist eine typische "Küstenerfahrung": So gut wie keine Hotels, dafür 'massenhaft individuelle' Bebauung mit case, ville, villette . . .  - doch die lassen sich meist nur im Sommer nutzen, wenn die Sonne und der Strand jede andere Form von "Tourismusinvestition" überflüssig werden lassen.

Die Straßen - auch die durch die Oliven- und Weinfelder - sind überwiegend geteert, so dass Radfahren Spaß macht.

Der Privatweg, an dem die Casa Barbara und der Wohnwagen liegen, endet landeinwärts an  einer kleinen Straße, die nach Maruggio führt, und im Süden an der kleinen Küstenstraße (SP122 / Litoranea), die von San Pietro i.B. zum Hafenörtchen Campomarino führt. Der Privatweg ist eine Sackgasse, so dass auch im Hochsommer hier niemand entlang kommt. Zudem ist der Weg an der landesinneren Seite mit einer Schranke verschließbar - direkt zum Meer kommt man hier nur zu Fuß oder mit dem Rad.

Schon vor dem Frühstück können Sie zu Fuß zum ersten Bad ins Meer. Gerüche von Thymian, Lavendel und Rosmarin liegen in der Luft. Besonders macht sich im Sommer der Duft der Currypflanze bemerkbar.

Das Brechen der Wellen am Strand trägt sein Rauschen bei Süd- und Westwind bis hin zum Haus. Der Wiedehopf versucht auf sich aufmerksam zu machen.

Privatweg zum Meer
Privatweg Richtung Land

Auf ein Wort

Sie lernen hier das "Mezzogiorno" kennen - den oft abgehängten Südteil der Republik Italien. Manches ist uns "Zentral-Europäern" eher fremd: die auf Mauern gesprühten Strassennamen, die Einmauerung sämtlicher Grundstücke (auch Felder), von der Handynutzung am Steuer ganz abgesehen. Vergeblich sind auch viele Versuche, das "Müllentsorgungsverhalten" einiger Betriebe und Haushalten in den Griff zu bekommen.

Morgens können Sie die kleinbäuerliche Kultur der "contadini" noch an  den meist älteren APE-Besitzern ersehen, die unterwegs zu ihren kleinen Ländereien. Sie pflegen ihre Wein- und Olivenhaine oder ihre Gemüsebeete.

Am Strand sehen Sie Angler und Taucher, die sich den Fisch für das Abendessen oder für das Restaurant  eines Verwandten "erarbeiten"

Auch die vielen kleinen privaten Straßenhändler mögen folkloristisch anmuten, sind aber auch Ausdruck einer hohen Arbeitslosigkeit, die oft nur der Familienzusammenhang auffangen kann. Die Kehrseite dieses Zusammenhaltes ist im öffentlichen und wirtschaftlichen Leben ein oft ausgeprägter Klientelismus (z.B. bei der Vergabe von Jobs).

Außer in der Hauptsaison wirken viele Küstendörfchen wie Campomarino oder San Pietro verlassen. Sie bestehen zu 90% aus privaten Ferienhäuschen.

Verlassen wirkt oft auch alles während der Mittagsruhe , die hier rigide eingehalten wird - besonders in den kleineren Dörfern wie Maruggio: alles ist in der Zeit  zwischen 13 und 17 Uhr "dicht". Ausnahmen: Bars, Restaurants.  Wenn Sie einen Ausflug machen, berücksichtigen Sie dies bitte, um keine "gähnende Leere" zu besichtigen. Dafür blüht das Leben abends und nachts bis nach  Mitternacht - auch für Kinder!

Sie nehmen teil an diesem Leben. Entdecken Sie die Landschaft, das Meer, die Dörfer und ihre Menschen. Wir haben bisher gute Erfahrungen gemacht!