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Olivenernte und frantoio

Aktualisiert: 2. Dez 2018

Erstes Bild: aus dem Garten der Casa Barbara. Die ersten Oliven fallen schon seit längeren bei Wind von den Bäumen. Immer mehr der Bevölkerung mit Olivenhain legen die Netze aus, die das Sammeln erleichtern. Professionell wird heute mit Maschinen geerntet. Entweder mit kompressorbetriebenen Rüttelstäben für einzelne Äste, bestimmte Baumarten können auch mit einem Traktor mit Stamm-Rüttler komplett bearbeitet werden, der den ganzen Baum vibrieren lässt und auch ein Netz zum Auffangen darunter hält.

In den letzten drei Jahren hat auf Grund zu warmen Winters und zu feuchten Sommers zweimal die Fruchtfliege die Ernte verdorben. Da aus Apulien mehr als die Hälfte des italienischen Olivenöls stammt, sind solche Ausfälle nicht nur hier in der Region bedeutsam.

In Maruggio gibt es an der Strasse nach Manduria linkerhand eine Ölmühle, die auch biologisches Extra Vergine kontrolliert verarbeitet. Ab November kann man dort vorbeischauen. Ebenso hat die Ölmühle ("Frantoio Oleario") Cantore aus Maruggio ein kleines Video über die Verarbeitung erstellt (https://youtu.be/pQpCTeQAEVI).

Eine alte frantoio existiert noch in Maruggio, allerdings in den Kellergewölben eines Privathauses der Innenstadt. Nur bei einer offiziellen Stadtführung kommt man da hinein.

Wer Gallipoli besucht, der sollte auf jeden Fall in eine der antiken unterirdischen frantoio steigen - in vergangenen Zeitaltern wurde die Verschiffung des salentinischen Öls von dort abgewickelt. Länder Nordeuropas benötigten das Öl. Im Allgemeinen wurde Olivenöl bei der Verarbeitung von Wolle sowie bei der Beleuchtung genutzt. Hochwertige Öle wurden natürlich auch schon früher im Nahrungsmittelbereich genutzt.

In Maruggios Nachbarort Sava gibt es seit 2017 ein Museum des Olivenöls (http://www.museodelloliosava.it).

Xylella - der schleichende Tod der Olivenbäume in dieser Region - das ist ein anderes Thema des Olivenanbaus - dazu ein anderes Mal.

Netze zum Auffangen


In der Ölmühle "Da Bruno".




Alles moderne Maschinen, das Mahlwerk jedoch auf klassische Weise.


Etwas mehr Hintergrund gibt Dominik Hertach, ein Schweizer Nachbar mit eigenem Olivenhain:

https://www.nzz.ch/nzzas/nzz-am-sonntag/ein-schmieriges-geschaeft-ld.2858


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